Gesamtkonzept bauliche Weiterentwicklung soll Grundlage der nächsten Wahlperiode des Rates sein

In der prosperierenden Rhein-Main-Neckar Region ist Mainz nach wie vor beliebt als Wohn- und Arbeitsort. Das Gutachten zu den Wohnraumpotenzialen im Innenbereich von Mainz, also der Innenstadt und den Ortsteilen, habe dabei klar aufgezeigt, dass die Stadt nun wichtige Weichen für die Zukunft stellen muss.

„Sobald auch die Ergebnisse der Wohnungsbauanalyse für die äußeren Bereiche, die also nicht in einem qualifizierten Bebauungsplan oder einem bebauten Ortsteil liegen, vorgelegt sind, brauchen wir ein Gesamtkonzept zur baulichen Weiterentwicklung“, erläutern der Vorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion, David Dietz und Thomas A. Klann, der baupolitische Sprecher der Mainzer Freidemokraten und Architekt. „Wir bleiben dabei, dass wir durchmischte Quartiere mit Wohnraum für alle Einkommensklassen wollen. Nur so behalten wir eine intakte soziale und demographische Wohnraumstruktur, die Zukunft hat!“

Der Bedarf in Mainz nach Wohnraum in den unterschiedlichen Preissegmenten wachse stetig weiter. Der Rückgang des privaten Wohnungsbaus wirke vor diesem Hintergrund natürlich noch einmal fatal.

„Bislang galt immer der Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“. Vor dem Hintergrund der Größe der Herausforderung müssen alle Optionen auf den Tisch und die Verwaltung eine städtebauliche Entwicklung in den Ortsteilen priorisieren.“

Auch Ansätze wie „Vertical Cities“ als neue Bauform weiter vorantreiben

Dabei ist den Liberalen wichtig, dass Nachverdichtung flächenversiegelungsarm umgesetzt wird. Dies kann durch eine Anpassung der zulässigen Höhe der Bebauung angepasst werden. Die sogenannten „Vertical Cities“ bieten dabei die Möglichkeit Höhe und Natur zu verbinden, statt nur in die Breite zu bauen, als gewerbliches Beispiel kann das Commerzbank Hochhaus in Frankfurt genannt werden, dort gibt es in ausgewählten Etagen Grünflächen für die Nutzer – nur dann als Wohnbauturm mit Wohnen, Sozial- und Grünflächen. Prädestiniert wären aus Sicht der beiden Freien Demokraten dabei die angrenzenden Stadtteile rund um die Altstadt und im speziellen die Neustadt und Randzonen.  „Die zuständige Fachverwaltung muss in jedem Fall auch kreativere Ansätze ermöglichen – man muss neu und zukunftsorientiert denken und sich nicht an Bebauungsplänen aus den 1960er oder 1970ern festhalten!“ geben Klann und Dietz zu bedenken.

Auch seien großflächige Versiegelungen von großflächigen Garagenansammlungen aus Verschwendungen von nutzbaren Flächen. „Derartige Überbleibsel aus den 60´er und 70´er Jahren des letzten Jahrhunderts passen nicht mehr in eine moderne Stadt!“

Diese Flächen so wie eingeschossige Bauten im innenentwickelten Stadtgebiet – seien es Wohnnutzungen in Form von Bungalowsiedlungen oder Gewerbebauten in Mischgebieten – sind ein bisher unerschöpftes Potenzial im Bereich der Wohnraumschaffung und sind im vorgestellten Gutachten aus den bekannten Gründen nicht berücksichtigt. Auch Gewerbeflächen können zusätzliche Potenziale bieten, indem Überbauungen von Gewerbeflächen erlaubt werden, bei denen Gewerbe und Wohnen sich nicht ausschließen – auch hier ist Frankfurt als Metropole – und Mainz in seinem Einzugsgebiet – im Bereich der Bürostadt Niederrad ein gutes Beispiel.

Als „Vorzeigeprojekte“ bezeichnen Dietz und Klann als Gewerbebeispiel das neu entstehende so genannte LAB1, das den ersten Teilbereich des Biotechnologieareals am Europakreisel darstellt. Dort habe der Vorhabenträger mit der Bauaufsicht, Stadtplanung und Umweltamt Mainz innovativ und schnell mit Planung und Gutachten gezeigt, dass eine geringe Grundfläche bei gleichzeitiger hoher klimatischer Anforderung zu einer geringeren Bodenversiegelung geführt hat, bei gleichzeitiger wirtschaftlicherer Ausnutzung der nutzbaren Gebäudeflächen in Verbindung mit innovativen nachhaltigen Gebäudeteilen.

Im Wohnungsbaubereich sucht man aktuell vergebens nach tendenziellen Beispielen mit dem Mut, Flächen vertikal zu ermöglichen und um nicht in die Fläche zu entwickeln, „…eine Antwort zu finden im zukünftigen Gutachten für die Aussenentwicklung, kann nicht die eine Lösung sein auf der Suche nach sozial- und privatgefördertem Wohnraum.“ spricht sich Klann für eine Entwicklung im Innen- und Aussenbereich aus, unter Berücksichtigung der neuen klimatologischen Betrachtung der Flächenentwicklung.

Die beiden Liberalen fordern darüber hinaus die Stadt Mainz auf, Anreize zu setzen, damit die zukünftigen Wohnbebauungen auch umgesetzt werden. „Die meisten Grundstücke, die in dem Gutachten benannt werden, sind nicht in städtischer Hand. Faktisch bedeuten demnach die in Aussicht gestellten 800-900 Wohnungen aus dem Gutachten, dass diese nicht umgesetzt werden können, wenn die Eigentümer sich gegen eine Umsetzung entscheiden.

Daher sollten wir mit Anreizen und Unterstützung in den Ämtern die Eigentümer für die Ideen gewinnen und die internen Verwaltungswege möglichst kurz halten, damit sich Innovation und schnelles Handeln nicht durch unnötige Vorgaben, in Luft auflösen und am Ende nichts umgesetzt wird!“, so Dietz und Klann.